Seit Wochen dominieren Hitze und Trockenheit – eine Herausforderung auch für die Bewohner der Moorlandschaft Pfäffikersee. Doch mit cleveren Strategien trotzt die Natur dem Hitzesommer.
Die anhaltende Trockenheit ist auch im Feuchtgebiet rund um den Pfäffikersee augenfällig. Wassergräben und zahlreiche Weiher sind schon seit Wochen ausgetrocknet. Die Riedvegetation hat sich ungewöhnlich früh bräunlich verfärbt und einige Bäume und Sträucher lassen auch im Feuchtgebiet bereits ihre Blätter fallen. Die Hitze ist eine Herausforderung, aber die Natur hat so einige clevere Tricks auf Lager.
Vögel ertragen die Hitze wesentlich besser als Menschen, denn sie haben mit 41°C eine deutlich höhere Körpertemperatur. Vögel können aber nicht schwitzen. Sie hecheln mit geöffnetem Schnabel und sorgen durch Verdunstung für Abkühlung. Krähen hecheln oft und sind dabei gut zu beobachten. Weissstörche nutzen ein anderes Kühlsystem. Sie verteilen ihren flüssigen Kot auf die Beine. Die Verdunstung entzieht dem Körper auch mit diesem Trick Wärme. Der weisse Vogelkot reflektiert zudem die Sonnenstrahlen.
Schnecken lieben bekanntlich Regenwetter. Trockenheit ist für sie eine Gefahr. Viele Landschnecken überdauern Hitzeperioden deshalb mit einem Trockenschlaf. Gehäuseschnecken ziehen sich dafür in ihr Haus zurück und schliessen die Tür mit einer Schleimschicht oder bei grosser Hitze mit einem Kalkdeckel. Sie verringern so die Verdunstung und verhindern das Austrocknen.
Sehr aktiv bleiben bei hohen Temperaturen hingegen viele Insekten. Bei einer Körpertemperatur von 40°C wird es aber auch ihnen zu heiss und sie ziehen sich in den Schatten zurück oder greifen in die Trickkiste. Wespen suchen Wasserstellen auf, wo sie sie sich selbst benetzen und für Kühlung sorgen. Sie sammeln aber auch Wasser und befeuchten ihr Nest. Mit den Flügeln fächeln sie dann Luft in die Waben. Dies beschleunigt die Verdunstung und wirkt wie eine Kühlanlage. Die Wespen halten die Nesttemperatur so konstant bei 30°C.
Die charakteristischen Torfmoose im Hochmoor können sehr viel Wasser speichern. Sie besitzen spezielle Zellen, die Wasser aufnehmen. Trocknen diese Zellen aus, fallen sie nicht zusammen, sondern füllen sich mit Luft und die Moose bleichen aus. Die Weissfärbung reflektiert das Licht und schützt die Pflanze vor Austrocknungsschäden. Einzelne Hitze oder Trockenphasen überstehen intakte Moore gut. Nach dem nächsten Regen werden die Torfmoose wieder grün und wachsen weiter.
Besuchen Sie kostenlos das Naturzentrum Pfäffikersee für mehr spannende Informationen rund um die Moorlandschaft. Am Sonntag, 6. September findet unser Herbstfest statt, mit einem vielfältigen Angebot für die ganze Familie.





