Biber mit Biss
Seit Ende 2020 leben Biber im Süden vom Pfäffikersee. Ihr Revier erstreckt sich vom Buchgrindel den Aabach hoch bis zur Badi Seegräben im Westen und zur Badi Auslikon im Osten. Dies entspricht einer Fluss- und Uferlänge von rund 9 Kilometer.

Insbesondere im Winter verraten jeweils zahlreiche Frassspuren an Zweigen und Ästen bis hin zu gefällten Bäumen, wo sich Biber aufhalten. Als Winternahrung frisst das Nagetier täglich bis 900 Gramm Rinde, während er im Sommerhalbjahr nahrhafte Kräuter bevorzugt. Ein angenagter Zweig in der Badi Auslikon erbrachte im Frühjahr 2023 erstmal den Nachweis von Jungbibern am Pfäffikersee. Ihre Zahnspuren sind noch deutlich schmaler als jene von ausgewachsenen Bibern am gleichen Zweig. Das Beweisstück ist im Naturzentrum Pfäffikersee zu sehen.
Mitte März dieses Jahres hinterliess nun erstmals ein Biber eine Frassspur im Norden des Pfäffikersees bei der Sturmwarnung und auch bei der Badestelle «Polenbadi» beim Naturzentrum Pfäffikersee. Mit grosser Wahrscheinlichkeit handelt es sich um ein Jungtier aus dem Süden des Sees, das sich ein eigenes Revier sucht. Im Frühling, noch bevor ab Mai neuer Nachwuchs zur Welt kommt, vertreiben die Elterntiere die zweijährigen Jungbiber aggressiv aus dem Familienverband. Sie werden im Familienrevier nicht mehr geduldet und müssen auf Wanderschaft, um sich ein eigenes Revier zu suchen oder sich einem Partner oder einer Partnerin anzuschliessen. Diese nächtliche Wanderschaft ist für Biber gefährlich. Denn Biber dulden in ihren Revieren keine fremden Artgenossen, ausser sie sind auf Partnersuche. Sie greifen Eindringlinge vehement an und fügen sich gegenseitig böse Bisswunden zu. Wundinfektionen führen vielfach zum Tod. Bisswunden von Artgenossen sind denn auch die häufigste natürliche Todesursache bei Bibern. Biberpopulationen regulieren sich selbst viel stärker, als das natürliche Feinde können.
Der Pfäffikersee ist durchaus ein geeigneter Biberlebensraum. Entscheidend für die Anzahl der Biberreviere am Pfäffikersee ist insbesondere die Winternahrung. Je mehr Weidengehölze und andere Weichhölzer wie Pappeln und Erlen in Ufernähe vorkommen, umso mehr Biberreviere finden nebeneinander Platz. Es bleibt spannend, herauszufinden, wo sich der vagabundierende Biber einen neuen Bau anlegen wird. Das Naturzentrum Pfäffikersee ist sehr an Informationen über neue Biberspuren und mögliche Hinweise auf einen neuen Biberbau nördlich der Badi Seegräben und der Badi Auslikon interessiert. Melden Sie sich oder kommen Sie vorbei und teilen Ihre Beobachtungen mit uns.
Die kostenlose Ausstellung ist wie folgt geöffnet: Mittwoch 13:00-17:00 Uhr, Wochenende/Feiertage 10:00-17:00 Uhr. Am ersten Sonntag im Mai feiern wir mit der Bevölkerung ein Frühlingsfest, auch da sind wir dem Biber und den Frühlingsgefühlen auf der Spur.





